Wasserzeichen statt DRM: Trügerische Sicherheit

Dass DRM (Digital Restrictions Management) dem online Musik-Kunden nicht mehr zu vermitteln ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben, und so haben inwischen auch alle größeren Anbieter auf MP3-Dateien umgestellt. – Ohne DRM, aber nicht ohne Schutz!

Digitale Wasserzeichen sind auf dem Vormarsch! Dabei werden die Töne in der Musikdatei leicht und für den Menschen unhörbar verändert. Mit diesem in der Verschlüsselungstechnik Steganografie genannten Verfahren werden Informationen über  der Käufer des Musikstücks in der Datei hinterlegt. Diese Information kann vom Rechteinhaber ausgelesen werden, und so der ursprüngliche Käufer ermittelt werden. Er haftet dann für die unerlaubte Vervielfältigung.

Das ganze ist deshalb so gefährlich, weil man als Betroffener garnichts davon merkt, bevor es zu spät ist: Gute Wasserzeichen überleben selbst eine Konvertierung. Hatte man bei DRM noch mit Problemen zu Kämpfen, welche die eigenen Nutzungsmöglichkeiten einschränkten, ist man jetzt der gläserne Kunde.

Wieder ein Vorstoß der Musikindustrie, der genauso gut fatal nach hinten losgehen kann: Schließlich lässt sich trotz allem Vertrauen nie genau sagen, was ein Freund, an den ich ein Musikstück im Rahmen der Privatkopie weitergebe damit tut. Aber selbst wenn dieser Freund vertrauenswürdig ist, könnte irgendwann einmal jemand die Möglichkeit bekommen, diese Datei von seiner Festplatte zu entwenden und im Internet zu verbreiten. Schon ist meine Kunden-ID auf tausenden Rechnern!

Der Raubkopierer, welcher sich die Musik gleich illegal beschafft,  hat es da wieder einmal leichter: Sein Name steht in keiner Datenbank, und so wird man ihn auch nie dafür bestrafen, seine Musik legal erworben zu haben. Auch darüber sollten sich die Verantwortlichen einmal Gedanken machen, bevor sie mit solchen Mitteln arbeiten. Digitale Tags sind Verrat am eigenen Kunden!

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