SixXS und die Nameserver

Wer seine IPv6-Verbindungen über SixXS realisiert, hat sicher bereits bemerkt, dass keine Resolver bereitgestellt werden. Das ist zwar noch kein großes Problem, da man auch ohne solche Nameserver im Internet surfen kann. Allerdings ist es eher wahrscheinlich, dass IPv6 nicht ausgenutzt wird, da nicht alle IPv4-Resolver AAAA-Records ausliefern. Also stellt sich die Frage: Wo krieg‘ ich IPv6-Resolver her? Da ich kommerziellen DNS-Diensten nicht traue, und auch nichts davon halte, zusätzliche TLDs des Providers in meinem Namensraum zu haben, war meine erste Anlaufstelle SixXS selbst. Dort finden sich auf der Seite http://www.sixxs.net/tools/dnscache/ drei kontinentspezifische Domains für Resolver. Hinter jeder 1 bis 6 IP-Adressen, die man für Anfragen nutzen kann.

Leider waren meine Erfahrungen damit nicht sehr zufriedenstellend. Die Pingzeiten liegen Teilweise um die 200 ms, oder es kommt zu Paketverlust. Die schnellsten liegen zwischen 30 und 40 ms, wobei die Antwortzeiten aber stark schwanken. Alles in allem kein befriedigendes Internet-Erlebnis. Auf der Suche nach Alternativen kam mir dann die Idee: Die Tunnel-Provider selbst! In meinem Fall die NetCologne GmbH. Diese bieten in der Regel für ihre Privatkunden ja auch Resolver an, und wer Tunnel anbietet, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese auch über IPv6 erreichbar sind. Auf der Seite werden zwar oft nur IPv4s angegeben, aber mithilfe von Reverse-DNS und anschließender Abfrage von AAAA-Records bekommt man die nötigen Informationen. Pingzeiten von 20-30 ms. Perfekt. Und stabil sind solche Server meistens auch. Ich kann also nur jedem empfehlen, sucht nach Nameservern eures Tunnelproviders!

Wenn das nicht klappt, kann man immernoch auf die öffentlichen Resolver von Google zurückgreifen:

  • 2001:4860:4860::8888
  • 2001:4860:4860::8844

Die sind zwar nicht so schnell, aber immernoch stabiler als die von SixXS. Wovon ich abraten würde ist, es mit den Nameservern irgendeines unbeteiligten Providers zu versuchen. Erstens sind diese wahrscheinlich so konfiguriert, dass sie keine Anfragen aus fremden Netzen beantworten, und zweitens, sollte das nicht so sein, wird es den Provider vermutlich ärgern, wenn Außenstehende ihre Resolver nutzen.

Wer auch die Server von Google nicht nutzen will, kann es immernoch bei seinem Anschlussprovider probieren. Vielleicht habt ihr ja Glück, und die bieten welche an.

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