Ein offener Brief an Vodafone

Sehr geehrtes Vodafone-Team!

Können Sie sich vorstellen, dass es Kunden gibt, für die noch andere Dinge wichtig sind, als nur der „Speed“ einer Internet-Verbindung?

Können Sie sich vorstellen, dass es da draußen ein neues, ein größeres Internet gibt, von dem man als Vodafone-DSL-Kunde vollständig abgeschnitten ist?

Dieses Internet heißt IPv6. Die Technologie, auf der das Internet von Morgen basiert. Eine Technologie, die bei der Deutschen Telekom seit drei Jahren Standard ist, während bei Vodafone weder die Leute an der Technik-Hotline noch jene von der Kundenrückgewinnung auch nur jemals davon gehört hätten. Der Mann wusste gar nicht, wovon ich rede, und hielt es wohl deshalb für besser, unvermittelt aufzulegen, anstatt sich mit einem wie mir rumzuärgern.

Eines steht jedenfalls fest: So wird das nichts mit der Kundenrückgewinnung. Bereits vor über drei Jahren hat die IETF, die Internet Engineering Taskforce, entschieden, dass ein Zugang ohne IPv6 nicht mehr als vollwertiger Internetzugang bezeichnet werden kann. Was nützt mir eine Verbindung, die die Hälfte des Internets außen vorlässt?

Acht Jahre war ich jetzt Vodafone-Kunde. Acht Jahre in denen wenig besser, aber vieles schlechter geworden ist, in denen sich mein Anschluss von einem der Besten zu einem der Schlechtesten gewandelt hat, ohne sich überhaupt zu verändern, und Jahre, in denen kompetente Arcor-Techniker durch nichtsnutzige Vodafone-Telefonisten ersetzt wurden.

Deshalb ist es jetzt Zeit zu gehen, um auch meinen Anschluss endlich dem Fortschritt der Technik anzupassen. Vielleicht merkt auch Vodafone irgendwann, dass Annex B und reine IPv4-Verbindungen nicht nach „Power to you“ klingen. Und lasst die dämlichen Anrufe, wenn ihr außer „Billig“ und „Schnell“ nichts anzubieten habt. Wobei – Ihr bietet ja nicht einmal das.

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